Oberbürgermeisterwahl in Saarbrücken

Charlotte Britz (SPD / Amtsinhaberin)

Weiche Standortfaktoren spielen eine immer größere Rolle in der Ansiedlung von Unternehmen und der Gewinnung qualifizierter Arbeitskräfte. In unsere Vorzüge einer urbanen Landeshauptstadt mit hohem Freizeitwert werden wir daher weiter investieren und diese mit einem selbstbewussten Standortmarketing nach innen und außen transportieren.

Mit dem Verkauf des ehemaligen Messegeländes entstehen wichtige Impulse und neue Gewerbeflächen. Die Investition in ein Messe- und Kongresskonzept erachte ich als große Chance für den Standort. Neue Angebote im Bereich der Kreativwirtschaft werden wir am Osthafen schaffen. Die Erweiterungen der Handwerkskammer bzw. der Hochschule für Technik und Wirtschaft, der Rekordauftrag für ZF und die Eröffnung neuer Hotels verdeutlichen die Attraktivität von Saarbrücken.

Zukunftschancen wie das Helmholtz-Zentrum verlangen Rahmenbedingungen im Bereich Digitalisierung, Kinder- und Familienpolitik. Daher arbeiten wir intensiv an dem Thema Smart City, gestalten neue und internationale Einrichtungen für unsere Kinder und forcieren vielfältige Wohnprojekte.

In der persönlichen Zusammenarbeit stehe ich auch zukünftig für eine hohe Bürger- bzw. Unternehmensnähe. Bei der Umsetzung setze ich dabei auf regelmäßige Unternehmensbesuche und themenbezogene Dialogformate.

 

Uwe Conradt (CDU)

Die kleinen und mittelständischen Unternehmen sind das Rückgrat der Saarbrücker Wirtschaft und wichtig für die Entwicklung unserer Stadt. Aus diesem Grund habe ich mich immer für eine Unterstützung des Gewerbes und gegen übermäßige Belastungen, z.B. durch zu hohe Steuersätze bei Grund- und Gewerbesteuer oder zu hohe Gebühren ausgesprochen. Als Oberbürgermeister werde ich der erste Wirtschaftsförderer der Stadt sein. Jedem Unternehmen, das sich hier ansiedeln oder erweitern will, wird ein passendes Angebot unterbreitet. Der Pionier- und Gründergeist soll auch in der Verwaltung gelebt werden, die Verwaltung soll sich als Dienstleister verstehen. Für schnelle Genehmigungen und Ansiedlungslotsen wird gesorgt. Gründer werden unterstützt und Räume zur Verfügung gestellt. Wir werden einen Standortindex erstellen und uns mit konkurrierenden Städten vergleichen hinsichtlich Kosten und Verfügbarkeit für Gewerbeflächen und Büroräume, Genehmigungsdauern, Steuern, Gebühren, Bürokratie, Verkehrsverbindungen etc. Wir treffen alle erforderlichen Maßnahmen, um im Gesamtranking vorne zu liegen und regen Gesetzesänderungen an. Ich will für eine leistungsfähige Infrastruktur, moderne leistungsfähige Verkehrswege und flächendeckend schnelle Internetverbindungen in Gigabit-Geschwindigkeit sorgen.

 

Michael Franke (Die Partei)

Es wurde kein Statement eingereicht.

 

Dr. Gerald Kallenborn (parteilos)

Es wurde kein Statement eingereicht.

 

Markus Lein (parteilos)

In vielen Gesprächen mit Selbständigen aus dem Bereich Einzelhandel, habe ich erfahren, dass viele unter dem zunehmenden Onlinehandel größer global agierender Anbieter zu leiden haben. Um diesen zu begrenzen und/oder Finanzmittel verfügbar zu machen, mit denen man wiederum die Selbständigen unterstützen kann, würde ich als Oberbürgermeister eine Emissionsangabe für Kurierdienste einführen. Außerdem werde ich für Gewerbeflächen, die aus rein spekulativen Aspekten nicht vermietet werden, ein Zweckentfremdungsverbot einführen. Immobilienbesitzer müssen dann mit Sanktionen rechnen, wenn Flächen nicht wieder dem Markt zur Verfügung gestellt werden. Denn diese Leerstände lähmen das öffentliche und unternehmerische Leben in starkem Maße. 

Um angehende Unternehmer zu unterstützen, werde ich im Rathaus ein Innovationszentrum installieren. Dies soll Absolventen aus Handwerk und Studium bei der Existenzgründung beistehen. Hilfen wären zum Beispiel wichtig im Bereich der Anschubfinanzierung, bei der Suche nach geeigneten Gewerbeflächen und der Beratung in Marketingfragen. Ich würde mich außerdem beim Land stark machen für eine Umwandlung der Gewerbesteuer in eine Wertschöpfungssteuer. Dies lässt sich natürlich nur bundeseinheitlich regeln, bedarf aber einer Initiative im Bundesrat. Eine Wertschöpfungssteuer ermöglicht endlich die Verteilung der Steuerlast auf alle Schultern aller Gewerbetreibenden. Es kann nich sein, dass große Firmen in Saarbrücken zwar auf der einen Seite von der Infrastruktur profitieren, aber auf der andern Seite ihre Gewerbesteuer nicht hier abführen, sondern dort wo der Hauptsitz ist. Eine Wertschöpfungssteuer schafft hier endlich Gerechtigkeit. 

Das sind nur einige Ideen, die ich gerne umsetzen würde. Wichtig ist mir aber vor allem das Gespräch mit den Betroffenen selbst. Ich habe in der Zeit des Wahlkampfes meine Vision bestätigt bekommen, dass man als Kommunalverwaltung nicht am grünen Tisch planen sollte, sondern Politik sich nur dann sinnvoll umsetzen lässt, wenn man auch bereit ist, auf die Sachkompetenz der in der Praxis agierenden zurückzugreifen. 

 

Barbara Meyer-Gluche (Grüne)

Saarbrücken ist der wirtschaftliche Motor für die gesamte Region. Zu seinem Funktionieren tragen nicht nur die großen Firmen, sondern maßgeblich auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen bei. Ich möchte Saarbrücken zu einer Stadt mit einer modernen Wirtschaft und zukunftssicheren Arbeitsplätzen entwickeln, was eine entsprechende Förderkulisse voraussetzt. Saarbrücken braucht eine besser und aufgabengerecht ausgestattete Wirtschaftsförderung, die auch die Bedürfnisse der ansässigen Betriebe berücksichtigt, Leerstände effektiv managt und schnell beseitigt. Ich möchte für eine Innovationsatmosphäre sorgen und die Hürden zur Gründung von Unternehmen herabsetzen. Dazu werde ich ein kommunales Wissenstransfer- und Gründerzentrum einrichten, das Co-Working-Spaces, Büroflächen und Werkstätten bereitstellt. Mit einem Netzwerk der Kultur- und Kreativwirtschaft möchte ich kreative Köpfe mit dem Wirtschaftsstandort Saarbrücken verbinden und die Sichtbarkeit von klein- und mittelständischen Unternehmen verbessern. Dazu soll es auch Veranstaltungen und Weiterbildungsangebote geben. Außerdem werde ich eine Kontaktstelle einrichten, die als Ansprechpartnerin für neue Geschäftsideen dient und Antworten auf unternehmerische Fragen liefert.